Published on 06/15/2020

Requiem für einen Kommandeur

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Sterben hat noch nie so gut ausgesehen!
Seid erneut willkommen bei Cranial Insertion. Der heutige Artikel widmet sich ausschließlich der anstehenden Regeländerung zu Kommandeuren, die das Spiel verlassen. Wir nehmen die neuen Regeln genau unter die Lupe, um so viele ihrer Auswirkungen wie möglich zu erfassen.

Bevor wir damit anfangen möchte ich daran erinnern, dass ihr eure Regelfragen wie üblich an moko@cranialinsertion und an @CranialTweet senden könnt. Ihr erhaltet eine Antwort von uns und findet die Frage vielleicht in einem zukünftigen Artikel wieder!



Zuerst einmal die aktuelle Regel und die neue Fassung, die mit Erscheinen des Hauptsets 2021 in Kraft tritt:

Die alte Regel: Falls ein Kommandeur von irgendwoher in eine Bibliothek, eine Hand, einen Friedhof oder ins Exil gelegt werden würde, kann sein Besitzer entscheiden, ihn stattdessen in die Kommandozone zu legen. Dieser Ersatzeffekt kann mehr als einmal auf dasselbe Ereignis angewendet werden.

Die neue Regel besteht aus zwei Teilen. Wird der Kommandeur in die Bibliothek oder auf die Hand genommen, gilt weiterhin die alte Version mit einem Ersatzeffekt. Für den Friedhof und das Exil gibt es jetzt eine zustandsbasierte Aktion.
Falls sich ein Kommandeur in einem Friedhof oder im Exil befindet und diese Karte in diese Zone gelegt wurde, seit das letzte mal zustandsbasierte Aktionen ausgeführt wurden, kann sein Besitzer ihn in die Kommandozone legen.
Falls ein Kommandeur von irgendwoher in eine Bibliothek oder eine Hand gelegt werden würde, kann sein Besitzer entscheiden, ihn stattdessen in die Kommandozone zu legen. Dieser Ersatzeffekt kann mehr als einmal auf dasselbe Ereignis angewendet werden.


Die Formulierung dieser neuen zustandsbasierten Aktion geht auf die Aktion für Schaden aus einer Quelle mit Todesberührung zurück, und war die kürzeste und verständlichste Fassung, die erwogen wurde.

Beachtet, dass die Option, den Kommandeur in die Kommandozone zu legen, nur einmal zur Verfügung steht. Wird der Kommandeur im Friedhof oder im Exil gelassen, kann er anschließend nicht mehr in die Kommandozone gelegt werden, bis ein anderer Effekt ihn aus der jeweiligen Zone in eine andere legen würde. Für diesen Zonenwechsel gilt dann wieder die jeweilige Regel.


Wie man ins Grab hineinruft, so schallt es heraus.
Beispiel 1: Alex' Kommandeur, Brokkos, Apex der Ewigkeit, stirbt und wird auf ihren Friedhof gelegt. Da Brokkos aus dem Friedhof gewirkt werden kann, entscheidet sich Alex im Anschluss, ihn im Friedhof zu lassen. Im gleichen Zug wirkt Bob Grimmige Rückkehr auf Brokkos. Alex kann Brokkos jetzt nicht plötzlich in die Kommandozone legen, da der Zeitpunkt dafür längst verstrichen ist. Wenn Bob Grimmige Rückkehr verrechnet, bringt er Brokkos unter seiner Kontrolle ins Spiel.



Sofern es das Sterben und das Ins-Exil-Gehen betrifft, verhalten sich Kommandeure jetzt wie andere Kreaturen und lösen dabei ihre eigenen Effekte und die anderer Karten aus.

Beispiel 2: Es befinden sich acht Kreaturen im Spiel, darunter zwei Kommandeure und ein Blutkünstler. Wenn Verdammung diese Kreaturen zerstört, wird der Blutkünstler achtmal ausgelöst. Vorher wurde er sechs- bis achtmal ausgelöst, abhängig davon, ob die Kommandeure in die Kommandozone geschickt wurden, oder nicht.

Die neue Regel ändert auch die Interaktion zwischen Kommandeuren und zeitlich begrenzten Exileffekten wie dem Bannenden Licht. Wurde ein Kommandeur durch das Bannende Licht ins Exil und durch den Ersatzeffekt stattdessen in die Kommandozone geschickt, kehrte er auch aus der Kommandozone ins Spiel zurück, sobald das Bannende Licht das Spiel verließ. Das ist nicht länger der Fall. Mit der neuen Regel wird der Kommandeur ins Exil geschickt und kann anschließend in die Kommandozone gelegt werden. Dabei verliert das Bannende Licht ihn aus den Augen. Der Besitzer des Kommandeurs muss sich also entscheiden, ob der Kommandeur im Exil bleibt, bis das Bannende Licht das Spiel verlässt, oder ob er ihn in die Kommandozone legt und von dort aus wirkt. Beide Vorteile zusammen gibt es nicht mehr.

Als Ausgleich gibt es eine Gruppe von Karten, mit denen man nun Kontrolle über einen Kommandeur erlangen kann, mit denen das vorher nicht ging. Dafür muss der jeweilige Zauberspruch einen Kommandeur auf den Friedhof oder ins Exil schicken und ihn mit einem weiteren Effekt, der Teil der gleichen Verrechnung ist, zurück ins Spiel bringen. Beispiele sind Nekromagische Auslese und die Fähigkeit des Schranks des Beschwörers (wenn der Kommandeur mit einem vorübergehenden Effekt Bedroht wurde).




Ein Kommandeur, der einst verboten war,
wurde gestärkt. Wird schon gut gehen...
Nach dieser ausführlichen Erklärung noch einige konkrete Fragen.

Q: Mein Kommandeur ist Alaras Kind, das durch Tag der Abrechnung zerstört wird. Außer den anderen Kreaturen, die zusammen mit dem Kind sterben werden, gibt es keine bleibenden Karten, die ich gerne zerstören möchte. Kann ich Alaras Kind direkt in die Kommandozone legen, um meine eigenen Artefakte und Verzauberungen nicht zu verlieren?

A: Nein, kannst du nicht.
Mit den neuen Regeln gibt es keinen besonderen Ersatzeffekt mehr, der deinen Kommandeur in die Kommandozone statt auf den Friedhof schickt (normale Ersatzeffekte wie der von In Frieden ruhen gelten natürlich auch für deinen Kommandeur). Dein Kommandeur stirbt wie alle anderen Kreaturen und löst dabei seine zerstörerische Fähigkeit aus.



Q: Kann ich mit Es, das betrügt weiterhin geopferte Kommandeure klauen?

A: Nur, falls der Besitzer des Kommandeurs diesen in seinem Friedhof lässt.
Die zustandsbasierte Aktion wird ausgeführt, bevor die ausgelöste Fähigkeit von Es, das betrügt überhaupt auf den Stapel gelegt wird. Da die geopferte Karte nicht mehr in der Zone ist, in die sie ursprünglich nach Verlassen des Spiels gelegt wurde, wird sie nicht mehr von der ausgelösten Fähigkeit gefunden und Es, das betrügt kann den geopferten Kommandeur nicht ins Spiel bringen.



Q: Bedeutet die Änderung, dass Reyhan, die letzte Abzan ihre Marken nicht weitergeben kann, falls sie aus dem Spiel ins Exil geschickt wird?

A: Das ist jetzt der Fall.
Reyhan wird aus dem Spiel ins Exil geschickt und dann aus dem Exil in die Kommandozone (sofern du sie dorthin legen möchtest). Da sie nicht mehr aus dem Spiel direkt in die Kommandozone gelegt wird, wird ihre Fähigkeit nicht ausgelöst. Reyhan behandelt sich selbst also wie jede andere (Nichtkommandeurs)Kreatur.



Q: Hat die neue Regelung Auswirkungen auf zusammenmutierte Kreaturen, wenn ein Teil davon mein Kommandeur ist? Muss ich mir noch mehr seltsame Interaktionen merken?

A: Tatsächlich wird das ganze einfacher. Wenn eine zusammenmutierte Kreatur, die deinen Kommandeur enthält, stirbt oder ins Exil geschickt wird, werden alle Karten dieser Kreatur in die jeweilige Zone gelegt; anschließend wird die zustandsbasierte Aktion angewandt und du kannst deinen Kommandeur in die Kommandozone legen. Die Regelung, dass dein Kommandeur in die Kommandozone geht, der Rest der Karten und die Kreatur an sich aber in die entsprechende Zone, ist jetzt nicht mehr wichtig, soweit es das Sterben und Ins-Exil-Gehen betrifft; für die Hand und die Bibliothek gilt diese Regelung weiterhin, aber zum Glück gibt es nur sehr wenige Karten, die sich dafür interessieren.




Achtung, ein wütendes Riesenbaby!
Ein weiterer Kommandeur, der von dieser
Änderung profitiert.
Q: Welche Regel gilt für Brawl? Die alte oder die neue?

A: Da diese Änderung für die Magicregeln gilt und nicht bloß für die Commanderregeln, gilt sie auch für Brawl und jedes andere Format, dass Kommandeure verwendet.



Q: Wie war das am Anfang mit Aktionen für Todesberührung?

A: Schaden aus einer Quelle mit Todesberührung hat seine tödliche Eigenschaft nur solange, bis das erste mal zustandsbasierte Aktionen ausgeführt werden. Das wird dadurch begründet, dass dieses eine mal normalerweise ausreicht (da die Kreatur dadurch zerstört wird) und ein länger andauernder Effekt leicht vergessen werden kann. Eine spezifische Situation, in der das relevant ist, wäre die folgende: die Typhusratten fügen einem Nachtstahlwächter Kampfschaden zu. Danach werden zustandsbasierte Aktionen ausgeführt, aber da der Nachtstahlwächter unzerstörbar ist, wird er nicht durch den erlittenen Schaden zerstört. Später verliert der Wächter Unzerstörbarkeit (z. B. durch Schattenspeer). Der Nachtstahlwächter hat immer noch 1 Schadenspunkt, den er in diesem Zug erlitten hat; aber da die Aktion für Todesberührung bereits (vergeblich) ausgeführt wurde, hat dieser Schadenspunkt sein "Gift" verloren und der Wächter überlebt.



Ich hoffe, dass ihr die Analyse dieser bedeutenden Regeländerung für das beste aller Magicformate interessant fandet, und (selbst als Nichtcommanderspieler) etwas neues gelernt habt.
Bevor ich mich verabschiede:
Black Lives Matter
Gebt auf euch acht!

- Charlotte


 

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